Verein Flechtwerk  Regionalgruppe Nord

Ein Kind des Vereins Flechtwerk   (http://www.flechtwerk-ev.de) geboren aus dem Wunsch heraus Norddeutschlands FlechterInnenlandschaft zusammenzuführen. Wobei der Begriff "Nord" sehr weit gefasst ist.

Das erste Treffen fand im Oktober 2015 statt. Der Wurster Himmel zeigte sich grau in grau, aber die Stimmung unter uns vieren war das krasse Gegenteil. Am Freitag Abend kam es zu regem Austausch über Material, Werkstücke, Preisfindung und KursteilnehmerInnen, sowie diverses andere, was das FlechterInnenherz so bewegt. Bereits am ersten Abend wurden Pläne geflochten, eine Flechtwerkstatt mit Erhard Djuren, dem letzten Reusenflechter für Januar 2016 zu vereinbaren,  es entstand auch der Wunsch das Jahrestreffen des Vereins Flechtwerk 2017 im Weidenzentrum abzuhalten mit anschließender Projektarbeit und Kursangeboten für Fortgeschrittene und die, die es werden wollen. Den Höhepunkt soll ein Tag der offenen Weidenpforte bilden, der das entstandene Flecht-Werk präsentiert und von einem kleinen Marktgeschehen begleitet wird. Dieses muss noch mit dem Vorstand abgesprochen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Schultz-Wild, Kommern
Claudia Reuter, Padingbüttel

Hanswerner Kirschmann, Bremen

Regina Sommer, Herford

Zweites Regionalgruppentreffen

 

 In der Woche vom 18. bis 22. Januar 2016 fand unser zweites Regiogruppentreffen im Weidenzentrum statt. Unser Thema in dieser Woche hing eng mit einer traditionellen Flechterei an der Wurster Nordseeküste zusammen: Die Krabbenreuse. Kerstin Eikmeier aus Porta Westfalica, Andrea Schultz-Wild aus Kommern, Regina Sommer aus Herford und Claudia Reuter aus Padingbüttel kamen zu diesem außergewöhnlichen Treffen zusammen. Bei eisigen Temperaturen, wunderschönem blauen Winterhimmel und für die Nordseeküste einigen cm Schnee, lernten wir von Erhard Djuren (letzter Reusenfischer  in Deutschland ) die traditionelle Herstellung der Krabbenreuse. Im Gegenzug dazu zeigten wir Erhard die Herstellung eines Rahmenkorbes. Das Material stellte das Weidenzentrum, die notwendigen Holzpfropfen , sowie "Schablonen" für die Reusen brachte Erhard Djuren mit nach Rotthausen  und die Dokumentation wurde von Silvia Tetzke liebevoll filmisch begleitet.

Im Wissen darum,  dass es  die letzte  Möglichkeit ist,  dieses traditionelle Kulturgut  filmisch, schriftlich und per Bild festzuhalten, entwickelten wir in gemütlicher Werkstattatmosphäre für jeden  Arbeitsschritt Bilder und schriftliche Aufzeichnungen, welche beim Verein  Flechtwerk und dem Verein Weidenzentrum Wurster Nordseeküste hinterlegt werden sollen. Es war eine große Freude mit soviel Fach- und Sachverstand zusammenzuarbeiten. Zwei - wie wir finden - wunderschöne Reusen sind entstanden. Wir haben viel voneinander gelernt und das Lachen fiel  leicht. Besonders das Lob Erhard Djurens, dem wir diese wunderbaren  Flechtertage zu verdanken haben , hat uns sehr gefreut. Danke für diese schöne Erfahrung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der ersten fertigen Hövke war der Jubel groß, jedoch standen noch etliche  Arbeitsstunden vor der Tür, vor allem die riesigen Trichter sind sehr zeit- und weidenintensiv...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem langen weiteren Arbeitstag war der Fangkorb fertig und wie man sieht nicht gerade klein...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier sieht man die "Hochzeit" der beiden Reusenteile.

Damit wir auch einen Einblick vom Aufstellen der Reusen im Watt erhalten,  wollen wir uns im Sommer wieder treffen und mit Erhard ins Wattenmeer, samt Schlickschlitten, Hundegespann und Reusen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die leuchtenden Farben, welche im Schnee besonders zur Geltung kommen  erhalten die Reusen durch: Salix nigricans, Salix purpurea tenuifolia, Salix purpurea" Leichester Dicks", Salix daphnoides "Netta", Salix alba chemesina und Salix purpurea "Dicky Meadows".

Fangtrichter und Hövke mit dem eingesetzten Eeg gibt es nun zu bewundern und am

Tag der offenen Weidenpforte am 20. März 2016 ist es  möglich sie "LIFE" im Weidenzentrum zu erleben.

Drittes Regionalgruppentreffen

Die Wattcrew: Regina Sommer, Claudia Reuter, Erhard Djuren, Silvia Tetzke und Andrea Schultz-Wild mit Tochter sowie Donna, Schlittenhund in Rente
Die Wattcrew: Regina Sommer, Claudia Reuter, Erhard Djuren, Silvia Tetzke und Andrea Schultz-Wild mit Tochter sowie Donna, Schlittenhund in Rente

Vom 25. bis 27. Mai 2016 fand unser drittes Regio-Gruppentreffen Nord im Weidenzentrum statt. Teilnehmende waren Regina Sommer, Andrea Schultz-Wild und Claudia Reuter. Am Mittwoch sahen wir den Film vom Reusenflechten im Januar, den Silvia Tetzke mit viel Aufwand zusammengeschnitten hat und überreichten dem letzten Krabbenfischer eine Dokumentationsmappe, welche in Schrift und Bild seine traditionelle Arbeit zeigt. Regina Sommer hat die Anleitung für das Flechten der Reusen entworfen und mit Bildmaterial versehen.

Danke dafür!!

 

Dieses möchten  wir  bei der nächsten Jahreshauptversammlung des Vereins Flechtwerk, die im Weidenzentrum 2017 stattfindet, vorstellen und zur Einsicht zur Verfügung stellen.

Wir haben unser Thema "Die traditionelle Krabbenreusenflechterei an der Wurster Nordseeküste" abgeschlossen in  dem wir dem Hundeschlitten  1,5 km weit ins Watt gefolgt sind, um den Fang der Nacht heimzubringen. Der Reusenfischer und seine Hunde fahren einmal pro Tide raus um die Körbe zu leeren. Es war sehr schön in die „Arbeitswelt" des Fischers einzutauchen und zu sehen welche Aufgabe die Weidenreusen im Watt erfüllen. Anschließend ging es mit den frischen Krabben zum Hof wo bereits der Ofen angefeuert worden war um die Krabben zu kochen. Wir haben sie dann in fröhlicher Runde verspeist und hörten noch so manches Semannsgarn von E. Djuren.

Das nächste Projekt der Regio-Gruppe Nord wird die Bienenkorbflechterei sein.

 

Viertes Regionalgruppentreffen

 

BIENENKORBFLECHTEN

Traditionelles Flechtwerk vor dem Vergessen bewahren

Am Dienstag den 27. September 2016  fand das vierte Treffen der Regionalgruppe  statt  Unter Anleitung von Bernd van der Lieth (Imker und Bienenkorb-flechter) stellten wir so genannte Weisel - Körbe her.

Der Roggen wurde Ende Juni  milchreif geerntet und stammt vom Bioland Betrieb Ada Fischer in Arensch (www.biolandhof-fischer.de) am Deich. Hier findet man eiszeitliches Geschiebe und sehr sandigen Boden so das das Getreide noch eine gute Halmlänge aufweist. Durch die Biolandrichtlinien  können wir sicher sein  Stroh zu verwenden,  welches frei von Rückständen ist und die Bienen  nicht belastet. Besten Dank an Ada Fischer für die Kooperation und ihren wunderbaren Roggen.

Christoph Martin, Wildeshausen;  Regina Sommer, Herford; Tanja Teuber, Delmenhorst;  Imke Tiedemann, Nordholz sowie Claudia Reuter, Padingbüttel fanden sich zum flechten der Weiselkörbe (Königinnenkörbe) ein.

 

Das Erstaunen darüber,  wie lange das Flechten dieser relativ kleinen Körbe  dauert, war doch sehr  hoch.

Vorab teilte Bernd van der Lieth sein  fundiertes Wissen über  die Honigbienenhaltung. Er konnte uns viel über die Strohkorbhaltung der Honigbienen aus eigener Erfahrung erzählen da er einige seiner Bienenvölker in  Strohbeuten hält und sie auch beerntet.

Dann ging es ans Flechten.

Beim  Beginn der Körbe ist ein wenig Geduld und Sorgfalt nötig, die Formgebung  beherbergt auch so ihre Tücken,  aber mit der Zeit gewöhnt man sich an das Material, meine Hände waren richtiggehend dankbar für so "leichte Korbmacherarbeit". Dennoch ist eine  sorgfältige Auswahl des Strohs und  des "Nahtfadens"  notwendig um ein bezugsfertiges Heim  für eine Königin und eine Handvoll Bienen herzustellen.

Etwas trickreich ist auch das Herausarbeiten des Flugloches, welches eine bestimmte Größe nicht überschreiten darf und gut vernäht werden muss, da die Bienen sonst das Stroh wegknabbern. Die Wandung, auf der  der Korb letztendlich steht, wird nach und nach durch das verringern des Strohbandes kleiner und fest angenäht, so das keine Lücke zwischen Korbfuß und  Boden entsteht.

 

Den letzten Arbeitsschritt , das Einstreichen der Körbe mit Asche, Kuhschitt und Lehm konnten wir nicht durchführen, da dafür der erste Weidengangkuhschitt des Frühjahrs benötigt wird.

Wir wollen uns für diese Arbeit 2017 wieder treffen und Bernd  bei dem  Einstreichen seiner  zahlreichen fertigen Strohbeuten  unterstützen.

Klar ist auch,  2017 werden wir als Regiogruppenaktion bei den Bienenkörben am Ball bleiben. Wir wollen große Körbe herstellen, das heißt drei Tage lang "Lüneburger Stülper" flechten die dann ein ganzes Volk beherbergen können. Der Termin hierfür steht noch nicht fest. Bei Interesse bitte gerne  im Weidenzentrum melden.

Der  Dank der Regiogruppe gilt Bernd,  der,  obwohl nicht recht auf dem Damm, uns mit seinem Wissen unterstützt hat, Silvia Tetzke, die  journalistisch tätig war,  Marisa die uns bekocht und mit leckerem Kuchen versorgt hat, sowie dem Wettergott Donar der uns mit wunderschönem Herbstwetter beglückte. Freu mich aufs nächste Mal

Claudia Reuter.